REDE - Jubiläum 20 Jahre Erbgericht
Liebe Gäste, eingeladene Firmen und Vereine, werter Bürgermeister, der Erbgerichtsverein begrüßt euch alle recht herzlich zu seinem 20-jährigen Jubiläum.
Lasst uns dies heute hier gemeinsam bei einem oder zwei Gläsern Wein und Bier mit etwas Musik feiern.
Vor reichlich 20 Jahren entstand die Idee, das alte Erbgericht zu erhalten, was natürlich auch bei den Nachkommen der Fam. Ruschenbusch, den Erbauern des Gebäudes, Begeisterung auslöste.
Hauptsächlich durch Herrn Falz angeschoben (ohne ihn gäbe es das Erbgericht, so wie es jetzt dasteht, glaube ich nicht), der immer wieder Leute von dieser Idee überzeugte, wurde am 04.08.2005 der Verein Kulturzentrum Erbgericht gegründet, das Gebäude für 1€ vom Konsum gekauft.
Hauptinhalt der Satzung – Erhalt des Erbgerichts
Anfangs waren viele der Meinung, ein Abriss wäre besser und ein Parkplatz muss her. Nach einiger Zeit, eher Jahren, hat sich die Stimmung dann langsam gedreht, und das Erbgericht wurde von den Bürgern angenommen.
Nach der Entrümpelung und Beseitigung von Gebäudeschäden wurde der Säulensaal hergerichtet, Toiletten aktiviert, so dass kleine Veranstaltungen organisiert werden konnten. Dadurch konnten neben den Spenden erstmals dringend notwendige kleinere Einnahmen generiert werden.
Wie nun weiter???
Von einem Planungsbüro wurde (damals, ich glaube finanziert von der Stadt) eine Machbarkeitsstudie zur Sanierung und Wiederherstellung der kompletten Nutzbarkeit des Gebäudes erstellt.
Das Ergebnis kann sich jeder vorstellen: ernüchternd, mehrere Millionen erforderlich, Refinanzierung auf die Eintrittskarten umgelegt, nicht mal in den teuren Großstädten umsetzbar.
Aufgeben kam nicht in Frage, also so weiter wie bis her im Klein-Klein, Stück für Stück.
Mit den Einnahmen aus den Veranstaltungen und Spenden wurde das Gebäude weiter auf Vordermann gebracht, eine Ölheizung eingebaut, das Foyer saniert und zum Säulensaal eine Küche eingebaut, Bestuhlung und Tische besorgt, so dass auch eine Vermietung für Familienfeiern möglich wurde.
2009 zog in der ehemaligen Wohnung im Obergeschoss das Pilzmuseum ein.
Nach der Herrichtung des früheren Gaststättenbereichs konnte 2010 Frau Matzker als 1. Dauermieter für einen kleinen Dorfladen und das Café Ruschenbusch, welches sie selbst bemalen ließ, gewonnen werden. Leider musste sie aus wirtschaftlichen Gründen beides nach 5 Jähren wieder aufgeben.
2018 übernahm dann die mobile Erlebnisküche Haußwald als Mieter die ehemalige Küche des Ladens und 2018 konnte der Heimatverein und die Stadt überzeugt werden, dass der ebenerdig erreichbare Raum des früheren Ladens besser geeignet ist als die bisherige Heimatstube.
Dafür übernahm anfangs die Stadt vollkommen die Kosten (Sorry ein kleiner Seitenhieb muss sein).
Durch einen bewilligten Förderantrag konnten 2013 die alten Gebäude im Hof abgerissen werden, eine Stützmauer gebaut werden und die Fläche als Parkplatz gewonnen werden
Nun zum großen Saal - durch jahrelangen Wassereintritt musste die Trennwand und der Deckenbalken zum kleinen Saal entfernt bzw. ausgewechselt werden, wodurch der Weg frei wurde, um auch diesen Teil wieder nutzbar zu machen.
Eine Theke wurde eingebaut, wieder Bestuhlung und Tische organisiert, um am18. 06. 2011 den Erbgerichtsaal mit einem Benefizkonzert des Haydn Orchesters Dresden feierlich einweihen zu können.
Für größere Veranstaltungen wurde es notwendig, für den Saal Toiletten einzubauen, was wieder durch viele Eigenleistungen erfolgte.
Pünktlich zur ersten Silvesterparty 2014 konnten die Toiletten eingeweiht werden und der Saal auch ab 2015 für Feiern und Veranstaltungen vermietet werden.
Nach einiger Zeit stellte sich heraus, dass die Saaldecke ihrer Funktion nicht mehr gerecht wurde, im Winter tropfte es durch die fehlende Dämmung von der Decke. Die Gefahr von Schäden in der Konstruktion drohte.
Eine große Herausforderung stand bevor.
Die Decken und damit erforderliche Dachsanierung wurden geplant. Mit sehr viel Zeitaufwand, alles wieder ehrenamtlich, wurde ein Förderantrag beim Silbernen Erzgebirge gestellt und zum Glück bewilligt.
Die Zwischenfinanzierung und notwendigen Eigenmittel übernahm damals dankenswerterweise die Stadt Glashütte.
2020 konnte die Fördermaßnahme erfolgreich abgeschlossen werden, der Saal wurde deutlich aufgewertet, mittlerweile wird er für viele Feiern, Partys und öffentliche Veranstaltungen genutzt.
Unter anderem führten wir Kabaretts, Puppentheater, Tanzveranstaltungen, Flohmärkte, Kino, Weihnachtsmärke, Seniorenweihnachtsfeiern und den Tanztee (mittlerweile bunt gemischtes Publikum) durch. Einiges können wir aus wirtschaftlichen Gründen nicht wiederholen.
Für die Organisation, welche immer viel Zeit und Nerven beansprucht, ist die Vorbereitungsgruppe zuständig, dafür ein großes Dankeschön.
Auch sind wir froh, dass die beiden Faschingsvereine Reinhardtsgrimma und Oberfrauendorf, der Jugendclub und Mariano Böhme mit seinen Veranstaltungen unseren Saal nutzen und somit das Dorfleben bereichern. Auch die Frauensportgruppen montags und dienstags haben ein Heim gefunden.
Die Stadt Glashütte mietet den Saal für ihre Feuerwehrjahreshauptversammlung und die Feierstunde der Schuleinführung.
Im Säulensaal finden sich jeden Mittwoch die Dartspieler zusammen und im Café kann man dienstags das Klavierspielen erlernen.
All diese Sachen beleben das Haus und helfen, das Gebäude weiterhin zu finanzieren, denn wie schon erwähnt, wird das Erbgericht bis auf eine kleine Unterstützung der Stadt allein vom Verein finanziert und die Aufgaben in der Freizeit erledigt.
Deshalb können auch die anstehenden Arbeiten wie die Erneuerung der Toiletten (Absage eines Förderantrages), die begonnene Renovierung des Treppenhauses und einiges mehr nur nach und nach durchgeführt werden.
Als Abschluss bedanken wir uns, bewusst ohne Namensnennung, bei allen Mitgliedern, Helfern, Spendern, Firmen, der Stadt und den Gästen der Veranstaltungen, ohne die das hier alles nicht erreicht worden wäre.
Zuletzt noch ein Aufruf an alle Einwohner – auch wenn der Sessel zu Hause manchmal festhält, rafft euch auf, kommt, nutzt die Angebote der Veranstaltungen (nicht nur vom Erbgericht) und belebt mit eurem Erscheinen die Gemeinschaft.
Denn erst, wenn es etwas nicht mehr gibt, merkt man, dass es fehlt, und dann ist es zu spät.
In diesem Sinne lasst uns weitermachen, gerne mit euren Ideen, eurer Hilfe und vielleicht dem ein oder anderen neuen Mitglied.
Viel Spaß heute noch

